Leben lernen - Einleitung

Die Lebenswirklichkeit für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Förderbedarf in ihrer geistigen Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Ihre Integration in die Gesellschaft wird vorangetrieben und steht zunehmend im Fokus. Bildungsziel in der Schule ist die Befähigung zur größtmöglichen Selbstständigkeit und Selbstbestimmung in sozialer Integration, die Befähigung zur inklusiven Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft in allen Lebensbereichen, besonders deutlich in den Bereichen Wohnen und Arbeit. Junge Schulabgängerinnen und Schulabgänger wünschen sich überwiegend eine Zukunft, die so „normal“ und selbstständig wie möglich gestaltet werden kann und sie selbstverständlich am allgemeinen Leben und Arbeiten teilnehmen lässt. Auch wenn sie auf Unterstützung bei der Lebensführung angewiesen bleiben, gibt es immer mehr Möglichkeiten zu einer selbstständigeren Wohnform außerhalb von Wohnheimen und Einrichtungen oder dem Elternhaus, wenn grundlegende Kompetenzen vorhanden sind. Auch die Berufstätigkeit bleibt nicht auf eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen begrenzt.
Während der gesamten Schulzeit sollte die Förderung aller Kompetenzen, die für eine selbständige Lebensführung benötigt werden (z.B. für den Bereich Wohnen, Freizeit oder Mobilität) durchgehend Berücksichtigung finden, um den Schülerinnen und Schülern möglichst vielfältige Schlüsselkompetenzen und Kompetenzen in den verschiedenen Entwicklungsbereichen vermitteln zu können und ihnen so größtmögliche Selbständigkeit und Selbstbestimmung zu ermöglichen.